Krankenhauserreger MRSA

Krankenhauserreger MRSA

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Krankenhauserreger MRSA

MRSA  – ein Thema, das nie an Brisanz und Aktualität verliert. Erst diese Woche haben sich die Teilnehmer des G7-Gipfels in Elmau mit dem Thema der Superkeime beschäftigt und werden ihnen gemeinsam den Kampf ansagen.

Wer oder was ist MRSA?

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) sind Bakterien, die auf der Haut vieler gesunder Menschen vorkommen. Meist bleiben sie unbemerkt und machen nicht krank. Sie siedeln sich besonders gerne im Rachen, den Achseln, Leisten oder im Bereich des Nasenvorhofes an.

Bedenklich wird es, wenn die MRSA Erreger über eine Wunde oder durch die Schleimhäute in den Körper gelangen. Dann können sie eine Infektion hervorrufen. Da die Bakterien gegen viele Antibiotika unempfindlich sind, kann die Erkrankung, wenn sie einmal ausgebrochen ist, einen schweren Verlauf nehmen. In ungünstigen Fällen kann es beispielsweise zu  Lungenentzündung oder zum Toxischen Schocksyndrom (TSS) führen.

MRSA kommt häufig dort vor, wo Antibiotika eingesetzt werden: In Krankenhäusern.

Wie wird MRSA übertragen?

Die Erreger werden am häufigsten durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weiter gegeben. Der Hauptübertragungsweg sind hierbei die Hände.

Das Brisante ist, dass sowohl Personen, die bereits an MRSA erkrankt sind, ansteckend sind als auch gesunde Menschen, die mit den Bakterien besiedelt sind. Man spricht hier von MRSA-Trägern.

Ein Träger kann unter Umständen die Krankheit auch selbst auslösen. So ist es denkbar, dass der Erreger von den Achseln beispielsweise über die Hände in eine Wunde transportiert wird. Dort können die Bakterien ggfs. die Erkrankung auslösen.

Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist die von Tier zu Mensch. Eine Ansteckung für den Mensch erfolgt nach dem Kontakt mit besiedelten Nutztieren.

Die Ansteckung über verunreinigte Gegenstände ist gerade in Krankenhäusern besonders hoch. Die Bakterien siedeln sich auf Türklinken, Handläufe oder beispielsweise Griffe an. Zudem fühlen sich die Erreger auf Plastikmaterialien und Edelstahllegierungen wohl.

Das A und O: Gründliche Reinigung der Räume

Da das Ansteckungsrisiko in Krankenhäusern aber auch in Altenheimen besonders hoch ist, ist es umso wichtiger mit entsprechenden Maßnahmen eine Infizierung nahezu auszuschließen. Die gründliche Reinigung der Räume ist die Grundlage dafür, dass MRSA-Erreger nicht übertragen werden können.

Das Reinigungspersonal wird regelmäßig geschult und arbeitet sehr sorgfältig. Es gelten strenge Hygienevorschriften, um eine Keimverschleppung zu verhindern.

Hierbei gehen die qualifizierten Reinigungskräfte Schritt für Schritt vor und nehmen sich sowohl die Zeit für vorbereitende Maßnahmen als auch für die Ausführung, sprich, die Reinigung der Zimmer.

Welche Vorbereitungen werden im Vorfeld getroffen?

Damit Missverständnisse erst gar nicht aufkommen, erhält das Reinigungspersonal im Rahmen einer qualifizierten Schulung Unterlagen, aus denen unter anderem hervorgeht, welche vorbereitenden Maßnahmen getroffen werden müssen. Dazu gehört zum einen die komplette und korrekte Bestückung des Reinigungswagens. Zum anderen erhält das Team ebenfalls Einmalhandschuhe, Kittel und einen Mundschutz, um sich selbst vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

MRSA/Noro Vorbereitende Maßnahmen Krankhausreinigung

Quelle: Auszug aus den Schulungsunterlagen

Für die Zimmerreinigung gibt es ebenfalls strenge Vorgaben, wie bei der Säuberung und Desinfizierung der einzelnen Räume vorgegangen werden soll. Hierbei wird nichts der Willkür überlassen. Exakte Erklärungen, wie beispielsweise der Boden gesäubert werden muss, sind in den Unterlagen ebenso enthalten, wie die Richtlinie, was abschließend zu tun ist, wenn die Reinigung eines Zimmers durchgeführt wurde.

Auch wenn die durchführenden Reinigungsmaßnahmen aufgrund der intensiven Vorbereitung und Beachtung der Vorschriften zeitaufwändig ist, so sind sie in jedem Fall notwendig. Denn nur durch die richtige und gründliche Reinigung wird eine Übertragung der MRSA-Bakterien zwar nicht ausgeschlossen. Die Ansteckung kann aber deutlich eingedämmt werden, wenn vorgeschriebene Reinigungs-Richtlinien beachtet werden und Patienten und Besucher gleichermaßen vorbeugende Hygienemaßnahmen durchführen.

Hygiene im Alltag

Was für Krankenhäuser oder Altenheime gilt, ist auch im privaten Umfeld empfehlenswert: Die Beachtung einer gründlichen Hygiene:

  • Am wichtigsten ist die richtige und regelmäßige Handhygiene. Nehmen Sie sich Zeit und waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.
  • Sollten Sie Wunden oder Hautverletzungen haben, decken sie diese mit sauberen Verbänden oder Pflastern ab. So schützen Sie sich vor einer      Infektion. Zudem vermeiden Sie die Übertragung auf andere Menschen. Wichtig ist, dass Sie sich vor und nach dem Verbandswechsel gründlich die  Hände reinigen. Wunden und Hautverletzungen sollten mit sauberen Verbänden oder Pflastern abgedeckt werden. So schützen Sie sich vor einer  Infektion und vermeiden die Übertragung auf andere Menschen. Reinigen Sie vor und nach einem Verbandswechsel gründlich die Hände.
  • Verwenden Sie Ihre eigenen Hygieneartikel wie Handtuch, Waschlappen, Rasierer oder ähnliches.
  • Vermeiden Sie engen körperlichen Kontakt zu Menschen mit offenen Wunden

Im Krankenhaus ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, daher sollten Sie auch hier auf eine gründliche Handhygiene achten. Nutzen Sie die Desinfektionsmöglichkeiten in den Krankenhäusern vor und nach Ihrem Besuch.

Weitere Informationen über den Erreger finden Sie beim Robert-Koch-Institut oder dem örtlichen Gesundheitsamt.

Haben Sie Fragen zur unseren Hygienevorschriften, die unsere Mitarbeiter tagtäglich bei der Säuberung von Krankenhäusern oder Altenheimen beachten? Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Bildquelle: Fotolia

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